Dienstag, 29. Mai 2012

Was bisher geschah




Als die Dunkelheit einsetzt, verlässt Edun sein Versteck, das hohe Binsengras, in dessen Schutz er es die vergangenen Stunden vermocht hatte, sich vor Yuri und den anderen verborgen zu halten. 



Die Nacht soll ihm nun heraushelfen aus diesem Park und mit ein bisschen Glück bis an den Strand von St. Petersburg, wo er Sorokin und die „Mach 13“, dessen altes, fleischfressendes Atom-U-Boot erwartet.
Die Lichter der Stadt helfen Edun, die Distanz zu den dunklen Mauern des Parks zu bewahren, hinter denen er Yuri und die anderen fürchtet. 
Dass Yuri die schneebedeckten Pfade der Parklandschaft nicht wie die anderen nach Einbruch der Dunkelheit verlassen hat und immer noch auf der Suche ist nach Edun und dessen Briefen an Wacholda, ahnt dieser nicht.



Als Kaminer und Grubach in der Orangerie aufeinandertreffen kommt es zu einem Duell. Der Beamtenaspirant Kaminer wird schwer verwundet, obgleich es ihm gelingt, seinen Opponenten, den Geheimagenten Grubach, zu töten.
Mit letzter Kraft schleppt sich Kaminer nach draußen, wo er nicht weit der Orangerie dem frustrierten Yuri begegnet. Seit Stunden schon lauert dieser auf Edun, verborgen in den Schatten der elektrischen Parkbeleuchtung.
Mit von Blut und Schmerz getrübtem Blick hält Kaminer Yuri für den flüchtigen Edun und kommt auf dessen Plan von der Flucht über St. Petersburg zu sprechen. Yuri, der in dem verwirrten Beamtenaspiranten eine hilfreiche Chance für sich zu erkennen vermutet, lässt Kaminer in dem Glauben, er unterhalte sich tatsächlich mit Edun.



Als Yuri merkt, dass auch die Konzentrationsfähigkeit des tödlich Verwundeten schwindet und er schon bald nicht mehr in der Lage sein wird, Informationen preiszugeben, macht er sich an die Verfolgung des flüchtigen Edun. Den sterbenden Beamtenaspiranten Kaminer lässt er zurück.
Einsam auf einer Parkbank zusammengesunken, im Schein einer Laterne erliegt Kaminer endlich seinen Verletzungen.

Es beginnt zu schneien.



Montag, 21. Mai 2012

Wie kalt ist es in deinem Gefrierschrank?


Sandfarbene Locken scheinen hell im Licht, zerbrechlich, so als würden sie zerspringen wie Eiszapfen, wenn man sie nur berührte. Sie liegen hübsch um das Angesicht des jungen Mädchens, umrahmen es; zärtlich drapiert und nie wieder bewegt.
Es ist ein Ausdruck der Kindlichkeit, der ruhig auf dem Gesicht des Mädchens liegt. Geschlossene Augen und die Lippen ein wenig geschürzt, friedvoll, so als träume sie.
Das Kleid, welches das Kind seit jeher trägt, sieht aus wie am ersten Tage, unbenutzt und erhalten. Der blaue Stoff fühlt sich hart und spröde an; die Farbe war vielleicht ein wenig satter, als das Kleid noch im Schaufenster hing.
Ein paar Augenblicke noch steht die Mutter vor der geöffneten Kühltruhe, in der das tote Kind liegt. Dann wird es wieder dunkel um den erstarrten Körper.
Rasch schließt die Mutter die Kühltruhe wieder und verlässt den Keller. Sie eilt die hölzerne Treppe nach oben, den wärmenden Sonnenstrahlen entgegen, wo sie Gelächter vernimmt. Die Anderen und der Jüngste lärmen im Garten.
In der Hand hält sie das Erdbeereis, das sie zuvor der Kühltruhe entnommen hatte.
In der offenen Küchentür da wartet Frank. Die Nachmittagssonne vergoldet sein blondes Haar, ganz liebevoll sieht er aus, sie anlächelnd.
Einen Kindergeburtstag ohne Eis; das kann sie sich nicht vorstellen – und Frank, der weiß, dass sie auch früher schon eine gute Mutter war.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Spiegelbilder


Also verlasse ich den Fußballplatz, da mich der Gedanke nicht loslässt, dass mir an diesem Tage anderswo etwas Gutes widerfahren wird. Ich habe kein Ziel.

Den anderen Spielern erzähle ich, dass eine alte Sportverletzung an meinem Knöchel mir wieder angefangen hat, Schmerzen zu bereiten. Als ich von einem der Mitspieler – einem Familienvater, dessen Art zu Sprechen erkennen lässt, dass das Altern ihm Sorgen verursacht, gefragt werde, um welchen Knöchel es sich handelt, antworte ich: „Es ist der linke.“ Dabei zeige ich auf meine rechtes Bein.

Auf dem Bahnhof beobachte ich die Menschen um mich herum. Ich sehe zu, wie sich ein Jugendlicher eine Zigarette mit nur einer Hand dreht. In Gedanken versunken stehe ich lange am falschen Gleis, bis ich erkenne, dass ich, um in die Stadt zu gelangen, am gegenüberliegenden Bahnsteig warten muss. Glücklicherweise verpasse ich meinen Zug nicht.

In der Bahn werde ich von einem Mädchen beobachtet. Ich lasse sie in dem Glauben, dass ich sie noch nicht bemerkt habe und kehre ihr den Rücken zu; doch In der Scheibe betrachte ich ihr Spiegelbild.
Neben mir sitzen zwei Studenten und führen eine Unterhaltung über ehemalige Sakralbauten im weißrussischen Brest. Als einer der beiden nach der Uhrzeit fragt, beginnt der andere in den Tiefen seiner Umhängetasche nach seinem Handy zu suchen. Da er es nicht sofort findet, halte ich dem Studenten, der sich zuvor nach der Uhrzeit erkundigte, mein eigenes Mobiltelephon hin. Er versteht nicht. Als er mich anblickt, zeige ich auf die digitale Uhr und sage: „Es ist achtzehn Uhr sieben.“ Er bedankt sich, doch ich kann ihm ansehen, dass er es lieber gehabt hätte, wenn der andere ihm die Uhrzeit statt meiner genannt hätte.
Fortan erscheint mir das Gespräch der beiden aufgesetzt und beabsichtigt ungezwungen. Sie wissen, dass ich zuhöre und obgleich es sie stört, wollen sie vor mir keine peinliche Stille aufkommen lassen.
Ich will mich erneut dem Spiegelbild des Mädchens in der Scheibe zuwenden, aber sie ist bereits ausgestiegen. Statt ihrer sitzt da nun Zeitung lesender Mann.
Als ich schließlich das Abteil verlasse, weiß ich, dass sich die Studenten nun wieder zwangloser unterhalten werden. Der, dem ich die Uhrzeit genannt habe, blickt auf seine Schuhspitzen.

Beim Verlassen des Bahnhofes mache ich mir Sorgen – ich frage mich, ob mir das Gute heute bereits widerfahren ist, ich es jedoch nicht bemerkt habe.
Ich denke besser nicht darüber nach.

Donnerstag, 10. Mai 2012

Das dritte Auge # 1


Sie ist unser drittes Auge, doch wir tragen es nicht auf der Stirn, sondern in den Tiefen unserer Hosentasche.
Sie ist en vogue, mehr vielleicht als Chakren und Energiekanäle.
Die Handykamera. Nie war die Kunst der Photographie einfacher, nie massenpopulärer als heute.
Jeder kann es und jeder tut es, denn dank „Instagram“ und „Hipstamatic“ werden wir alle zu Kunstschaffenden an der Kamera.
Bilder, wie aus dem Jahre 1977 sind modern, genauso wie „John S Lens“ oder die alte Einwegkamera. Wir dokumentieren unsere Leben mit einem Tastendruck und mit dem nächsten werden sie hinaufkatapultiert in die ewigen Gefilde des World Wide Web.
Fast scheint es, als trauten wir uns nicht mehr, der Online-Community einen realitätsnahen, unkorrigierten Nachweis unserer Existenz zu präsentieren.
Denn nur durch einen zeitgemäßen Retro-Filter wirkt die Realität interessant, zumutbar.

Handykamera ist jetzt und die gute, alte Digitalkamera war gestern, auch wenn retrospektiv heute ist. Alles was bleibt: Handykunst. 








Mittwoch, 9. Mai 2012

Der Tod in der Kunst




Kriege, Unfälle, Katastrophen, Mord. Der Tod kommt mit den Nachrichten, ist dauerpräsent in den Medien, wird mit dem täglichen Informationsfluss schnell wieder aus unseren Köpfen gewaschen; der Tod ist unter uns und doch weit entfernt. Die ständige mediale Konfrontation hat uns abstumpfen lassen. Wir nehmen ihn hin, den Tod, ohne große Emotionen oftmals, denn wir glauben ihn zu kennen, doch nur wenige von uns wurden Zeuge seiner selbst – life zum Anfassen und in Dolby Surround.

Auf künstlerischer Ebene erzielt der Tod eine andere Wirkung auf den Menschen. Er berührt, schockiert, provoziert, er erfüllt uns mit Mitleid, mit Angst sogar – der Tod, Inspiration zahlreicher Künstler, zu allen Zeiten wohlgemerkt.
Man weiß nicht, was ist, nach dem Sterben. Was passiert mit der Seele, nachdem man gestorben ist? Gibt es eine Seele? Zahlreiche Vermutungen nähren - klerikale, wissenschaftliche - die Debatte um das Lebensende. Persönliche Vorstellungen werden neu gebildet, bestärkt oder verändert. Was soll man denn nun glauben? Wie ist es denn nun, das Sterben?
Erst durch die Verarbeitung fängt man also im Gegensatz zur medialen Informationsflut an, sich aktiv mit diesem Thema zu beschäftigen. Künstler bringen ihre Vorstellungen, Gedanken und Ideen durchdacht aufs Papier oder auf die Leinwand. Man besucht Ausstellungen, schnell ist man in einer Diskussion mit den Inhalten: geschmacklose Provokation oder künstlerische Freiheit, denn der Tod - obwohl man heute eigentlich nicht gern in der Öffentlichkeit über das „Tabuthema Todesschlaf“ spricht - fasziniert.

Trotz der Faszination dieses Themas, das die Menschen zu allen Zeiten beschäftigte, inspirierte, befasste man sich in der Vergangenheit anders als in der Gegenwart mit dem Sterben.

Im Mittelalter gehörte der Tod zum Alltag. Bis zum Jahre 1770 ungefähr wurden die Leute durch Kriege, Pestwellen, Epidemien, öffentliche Hinrichtungen ständig mit diesem Thema konfrontiert. Die Menschen hatten einfach eine geringere Lebenserwartung, sie starben früher, mitten in der Gesellschaft, öffentlich.
Man führte so genannte „Memento-mori-Schmuckstücke, oftmals kleine aus Holz geschnitzte Särge mit Skeletten, mit sich, die den Träger stets an die Verstorbenen und vor allen Dingen die eigene Sterblichkeit erinnern sollten. An den körperlichen Verfall und damit den Tod wurde also ständig gemahnt.
Kurz gesagt: Der Tod gehörte zum Leben.

Einen ebenso wichtigen Stellenwert im alltäglichen Leben hatte die Religion; der Glaube, der das Leben der Menschen im Mittelalter gleichermaßen bestimmte.
Schreckliche, doch farbenprächtige Bilder zeigten ihnen ein Leben nach dem Tod auf, dokumentierten höllische Szenarien und das Fegefeuer in all ihrer Grausamkeit. Auf der anderen Seite wurde der Himmel dargestellt, das herrliche Paradies.
Die Menschen stellten sich vor, der zukünftige Verbleib ihrer Seele würde sich erst im letzten Moment vor dem Tod entscheiden. So entstanden, da der größte Teil der Menschen im Mittelalter nicht lesen konnte, illustrierte Anleitungen unter dem Titel „Ars moriendi – Die Kunst des Sterbens“ über das richtige Verhalten kurz vor dem Exitus. Diese Anleitungen führten den Todgeweihten Schritt für Schritt durch den Prozess des Sterbens.
So war beispielsweise auf den Bildern der Teufel dargestellt, der den Sterbenden in Versuchung führt. Dazu wurde gleich der richtige Weg gezeigt, wie man diese Situation umgehen könne. Nicht an seinen materiellen Gütern sollte man festhalten, sondern seinen Blick in den letzten Augenblicken des Lebens auf den gekreuzigten Jesus Christus richten.

Ein weiteres Zeichen für den Einfluss der Kirche im Mittelalter war die Angst der Menschen vor einem schnellen Tod, da sie so nicht mehr die Möglichkeit einer letzten Beichte hatten. Diese Auffassung ist gegensätzlich zum allgemein verbreiten Wunsch in der Gegenwart nach einem schnellen Tod, der dem Sterbenden alle Qualen erspart.

Im Laufe der Zeit begannen die Menschen, den Tod mit anderen Augen zu betrachten. Ihr Verhältnis zum Sterben veränderte sich, da Religion und Kirche nun nicht mehr solch eine große Rolle in ihrem Leben spielten. Man konzentrierte sich lieber auf das Diesseits anstatt auf ein mögliches Leben nach dem Tod.
Dieses Denken beeinflusste auch die Kunst. So wurde beispielsweise in der Malerei ab dem 18 Jahrhundert nicht mehr der Sterbende allein und damit der Prozess des Sterbens dargestellt, sondern vielmehr seine trauernden Angehörigen.

In der Kunst wurde dem Tod, dem Sterbenden also immer weniger Bedeutung beigemessen. Auch im alltäglichen Leben ist dieser Prozess zu beobachten. Im 19. Jahrhundert gar hatte sich die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen durch Medizin und Prävention verdoppelt.
Man verdrängte den Tod immer weiter. Heute gilt er fast schon als ein Tabu. Diese Verdrängung ist auf den schwindenden Einfluss der Kirche zurück zu führen, da somit der Glaube an ein Leben nach dem Tod verschwindet. Was zählt, ist die Wirklichkeit.
Menschen sterben heute nur noch sehr selten zu hause im Kreise ihrer Angehörigen, stattdessen gibt es Institutionen wie Altersheime oder Krankenhäuser, wo bis zum letzten Moment um das Leben der Patienten gekämpft wird.
Durch die Medien wird der Mensch ständig mit Leichen, mit dem Tod konfrontiert, doch anfassbar, anschaulich begegnet er dem Sterben nicht. Dies ist ein Unterschied zur Vergangenheit.

Menschen setzen sich nicht mehr vergleichbar massiv wie im Mittelalter mit dem Tod auseinander. So besitzt heute kaum noch jemand Schmuckstücke, die ihn an das eigene Ableben erinnern.

Auch setzt sich die zeitgenössische Kunst anders, radikaler mit dem Thema Tod auseinander.
Werke und Ausstellungen polarisieren heute. So auch die Ausstellung „Körperwelten“, initiiert vom Anatom Gunther von Hagen, die seit 1996 besteht. In dieser Wanderausstellung werden größtenteils menschliche Leichen dargestellt, die von Professor von Hagen „plastiniert“, also speziell präpariert wurden, um Verwesungsprozessen vorzubeugen. Den Besuchern der Ausstellung ist sogar teils erlaubt die „Plastinate“, wie Gunther von Hagen die Verstorbenen verdinglicht, anzufassen.
„Noch mal leben“ aus dem Jahre 2009 ist eine andere Ausstellung, die sich ebenfalls mit dem Tod befasst. Hierbei werden Photografien von schwerkranken Personen kurz vor dem Sterben, sowie als Leiche gezeigt. Unter den 26 Porträtierten sind Menschen allen Alters.
In dieser Ausstellung geht es anders als in „Körperwelten“, die den Schwerpunkt auf die Biologie, genauer die Anatomie der Lebewesen legt, um den frühen Umgang mit dem Tod, Grundfragen der Philosophie sollen geklärt werden. Durch diese Darstellung sollen Menschen aufgefordert werden, den tieferen Sinn ihres Daseins zu erkunden. Der Besucher blickt in das Angesicht des Todes und soll dabei seine Angst vor dem Sterben verlieren, gleichsam lernen das Leben mehr zu schätzen.
Im Jahre 2008 plante der Künstler Georg Schneider einen Sterbenden in den Mittelpunkt seiner Ausstellung zu ziehen. Besucher sollten dem Todkranken beim Sterben zuschauen, gelänge dies nicht plante Schneider einen kürzlich Verstorbenen auszustellen, um so auf die „Schönheit des Todes“ aufmerksam zu machen. Durch diese Form der Auseinandersetzung mit dem Tod wollte Schneider den Besuchern, ähnlich wie „Noch mal leben“, die Angst vor dem Sterben nehmen. Auch er selbst könne sich vorstellen im privaten Bereich eines Museums zu sterben, erklärte Schneider, der für diese Ausstellung bereits einen Raum in seinem Atelier umgebaut hatte, um den Todkranken dort auszustellen. Durch die heftige Kritik scheiterte Schneiders Unterfangen schließlich, obwohl sich dieser angeblich schon mit einem todkranken Kunstsammler verständigt habe, der sich bereit erklärt hätte, als „Kunstobjekt“ für Schneiders Ausstellung zu dienen.
Politiker und Kritiker verurteilten Schneiders Idee als entmenschlicht und pervers. Martin Henschel, Direktor der Krefelder Museen, bezeichnete Schneiders Idee als ein „bloßes Spektakel, das mit Kunst nicht viel zu tun hätte“. Auch die Deutsche Hospiz Stiftung warnte: "Wenn wir alle Tabus niederreißen, sind wir eine enthemmte und würdelose Gesellschaft".

Die wohl bekannteste personifizierte Allegorie des Todes ist der Sensenmann. Sie stammt aus dem Mittelalter. Dargestellt in der bildenden Kunst wird oftmals ein menschliches Skelett, dessen Körper von einem Umhang und einer Kapuze verborgen wird. So abgebildet führt der Tod eine Sanduhr und eine Sense mit sich. Während die Sanduhr die zeitliche Begrenzung des Lebens verdeutlicht, trennt der Tod mit der Sense die Seele vom Körper.
Des Weiteren werden so genannte Vanitas-Symbole in der Malerei eingesetzt, um den Tod und die Vergänglichkeit des Lebens zu verdeutlichen. Häufig wird hierfür das Symbol des Totenschädels eingesetzt als auch eine erlöschende Kerze, eine Sanduhr oder eine verwelkende Blume. Diese Objekte können das Lebendige nicht ersetzen, da sie die Emotionen des Betrachters nicht erwidern können, vielmehr sollen sie ihn melancholisch stimmen. Dadurch soll ihm seine eigene Anonymität aufgezeigt werden. Der Betrachter wird Teil dieser Symbolik, da er selbst vergänglich ist. Die betrachteten Objekte jedoch bleiben als verwaiste und wertlos gewordene Dinge übrig.

Obwohl sich die Darstellungsformen des Todes in der Kunst über die Jahrhunderte hinweg verändert haben, ist es doch eins, das bleibt. Die Faszination, die der Tod auf den Menschen ausübt. Aus ihr erwächst Inspiration, die dafür sorgt, dass auch in der Zukunft das Thema Tod in der Kunst verarbeitet und dargestellt wird.
Heute berichten Menschen über Erfahrungen mit dem Nahtod, klinisch Tote erwachen zum Leben, da die moderne Technik bereits in der Lage ist, sie zurück ins Leben zu katapultieren. Doch das vermeintliche Wissen über den ewigen Schlaf und damit die Vorstellungen über den Tod bleiben subjektiv. Solange Unwissen herrscht über das, was nach dem Leben kommt, ist die Kunst ein Mittel der Darstellung – und wird es bleiben.