Sie ist unser drittes Auge,
doch wir tragen es nicht auf der Stirn, sondern in den Tiefen unserer
Hosentasche.
Sie ist en vogue, mehr
vielleicht als Chakren und Energiekanäle.
Die Handykamera. Nie war die
Kunst der Photographie einfacher, nie massenpopulärer als heute.
Jeder kann es und jeder tut
es, denn dank „Instagram“ und „Hipstamatic“ werden wir alle zu Kunstschaffenden
an der Kamera.
Bilder, wie aus dem Jahre
1977 sind modern, genauso wie „John S Lens“ oder die alte Einwegkamera. Wir dokumentieren
unsere Leben mit einem Tastendruck und mit dem nächsten werden sie
hinaufkatapultiert in die ewigen Gefilde des World Wide Web.
Fast scheint es, als trauten
wir uns nicht mehr, der Online-Community einen realitätsnahen, unkorrigierten
Nachweis unserer Existenz zu präsentieren.
Denn nur durch einen
zeitgemäßen Retro-Filter wirkt die Realität interessant, zumutbar.
Handykamera ist jetzt und die
gute, alte Digitalkamera war gestern, auch wenn retrospektiv heute ist. Alles
was bleibt: Handykunst.

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