Donnerstag, 10. Mai 2012

Das dritte Auge # 1


Sie ist unser drittes Auge, doch wir tragen es nicht auf der Stirn, sondern in den Tiefen unserer Hosentasche.
Sie ist en vogue, mehr vielleicht als Chakren und Energiekanäle.
Die Handykamera. Nie war die Kunst der Photographie einfacher, nie massenpopulärer als heute.
Jeder kann es und jeder tut es, denn dank „Instagram“ und „Hipstamatic“ werden wir alle zu Kunstschaffenden an der Kamera.
Bilder, wie aus dem Jahre 1977 sind modern, genauso wie „John S Lens“ oder die alte Einwegkamera. Wir dokumentieren unsere Leben mit einem Tastendruck und mit dem nächsten werden sie hinaufkatapultiert in die ewigen Gefilde des World Wide Web.
Fast scheint es, als trauten wir uns nicht mehr, der Online-Community einen realitätsnahen, unkorrigierten Nachweis unserer Existenz zu präsentieren.
Denn nur durch einen zeitgemäßen Retro-Filter wirkt die Realität interessant, zumutbar.

Handykamera ist jetzt und die gute, alte Digitalkamera war gestern, auch wenn retrospektiv heute ist. Alles was bleibt: Handykunst. 








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