Also
verlasse ich den Fußballplatz, da mich der Gedanke nicht loslässt, dass mir an
diesem Tage anderswo etwas Gutes widerfahren wird. Ich habe kein Ziel.
Den
anderen Spielern erzähle ich, dass eine alte Sportverletzung an meinem Knöchel
mir wieder angefangen hat, Schmerzen zu bereiten. Als ich von einem der
Mitspieler – einem Familienvater, dessen Art zu Sprechen erkennen lässt, dass
das Altern ihm Sorgen verursacht, gefragt werde, um welchen Knöchel es sich
handelt, antworte ich: „Es ist der linke.“ Dabei zeige ich auf meine rechtes Bein.
Auf
dem Bahnhof beobachte ich die Menschen um mich herum. Ich sehe zu, wie sich ein
Jugendlicher eine Zigarette mit nur einer Hand dreht. In Gedanken versunken
stehe ich lange am falschen Gleis, bis ich erkenne, dass ich, um in die Stadt
zu gelangen, am gegenüberliegenden Bahnsteig warten muss. Glücklicherweise
verpasse ich meinen Zug nicht.
In
der Bahn werde ich von einem Mädchen beobachtet. Ich lasse sie in dem Glauben,
dass ich sie noch nicht bemerkt habe und kehre ihr den Rücken zu; doch In der
Scheibe betrachte ich ihr Spiegelbild.
Neben
mir sitzen zwei Studenten und führen eine Unterhaltung über ehemalige Sakralbauten
im weißrussischen Brest. Als einer der beiden nach der Uhrzeit fragt, beginnt
der andere in den Tiefen seiner Umhängetasche nach seinem Handy zu suchen. Da
er es nicht sofort findet, halte ich dem Studenten, der sich zuvor nach der
Uhrzeit erkundigte, mein eigenes Mobiltelephon hin. Er versteht nicht. Als er
mich anblickt, zeige ich auf die digitale Uhr und sage: „Es ist achtzehn Uhr
sieben.“ Er bedankt sich, doch ich kann ihm ansehen, dass er es lieber gehabt
hätte, wenn der andere ihm die Uhrzeit statt meiner genannt hätte.
Fortan
erscheint mir das Gespräch der beiden aufgesetzt und beabsichtigt ungezwungen.
Sie wissen, dass ich zuhöre und obgleich es sie stört, wollen sie vor mir keine
peinliche Stille aufkommen lassen.
Ich
will mich erneut dem Spiegelbild des Mädchens in der Scheibe zuwenden, aber sie
ist bereits ausgestiegen. Statt ihrer sitzt da nun Zeitung lesender Mann.
Als
ich schließlich das Abteil verlasse, weiß ich, dass sich die Studenten nun
wieder zwangloser unterhalten werden. Der, dem ich die Uhrzeit genannt habe,
blickt auf seine Schuhspitzen.
Beim
Verlassen des Bahnhofes mache ich mir Sorgen – ich frage mich, ob mir das Gute
heute bereits widerfahren ist, ich es jedoch nicht bemerkt habe.
Ich
denke besser nicht darüber nach.
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