Meine
Klassenlehrerin, das war in der zweiten Klasse das Fräulein Krieger. Das
Fräulein Krieger sieht ganz toll aus, mit ihren hochgesteckten Haaren und ihrer
halbmondförmigen Brille, so sagt mein Vater. Zudem redet mein Vater auch über
die langen Beine des Fräulein Krieger und über ihr Dekollete, aber ich weiß
nicht was das ist, ein Dekollete, und darum interessiert es mich auch nicht.
Ich bin ja schließlich erst sieben und mit sieben da hat man noch ganz andere
Sachen im Sinn, so sagt mein Vater.
Montags und Mittwochs ist mein Vater schon früher mit der Arbeit fertig und kommt dann in die Schule, um mich abzuholen. Und wenn es dann klingelt, dann steht er immer schon vor dem Klassenraum und wartet auf mich.
Aber meistens muss ich immer warten, denn mein Vater führt wichtige Gespräche mit Fräulein Krieger. Und dann setzt sich Fräulein Krieger auf das Pult und steckt sich einen Bleistift in den Mund und kaut darauf herum, obwohl ich das immer nie darf und dann schaut sie meinen Vater über ihre halbmondförmige Brille hinweg an. Und dann fangen beide an sich zu unterhalten, Erwachsenengespräche, so sagt mein Vater. Und Fräulein Krieger kichert dann immer die ganze Zeit und mein Vater guckt ihr überall hin, nur nicht ins Gesicht. So erwachsen sehen die beiden gar nicht aus, wenn sie reden, sie erinnern mich eher ein bisschen an die Mädchen aus meiner Klasse, aber das sage ich ihnen nicht, denn das ist frech und Fräulein Krieger würde ganz fürchterlich anfangen zu schimpfen und am Ende da würde ich weinen, weil mir alles so Leid tut.
Und dann würden alle lachen und ich würde noch stärker weinen und alle würden noch stärker lachen und Fräulein Krieger würde mir dann einen gelb – goldenen Stern wegnehmen, für mein schlechtes Betragen, würde sie sagen.
Ach ja, in der Schule verteilt Fräulein Krieger gelb – goldene Sterne. Die kriegt man, wenn man seine Hausaufgaben gut macht, oder ihr ein schönes Bild malt oder nett zu anderen ist oder wenn man einfach gar nichts macht wie der böse Michi. Aber das der Michi böse ist, dass weiß Fräulein Krieger nicht, denn er ist nur böse wenn Fräulein Krieger nicht hinschaut und wenn sie hinschaut, dann ist der Michi eben nicht böse, dann ist er lieb. Und deshalb bekommt der böse Michi von Fräulein Krieger auch so viele Sterne. 17 goldene Sterne hat der böse Michi schon und die kann man sich auch anstecken und dann läuft der böse Michi immer durch die Schule und zeigt jedem wie viele Sterne er hat und dann zwingt er alle die Sterne laut zu zählen.
Und einmal da hat der böse Michi mir in der Pause aufgelauert und mich gezwungen, seine Sterne zu zählen, täte ich es nicht, würde er mich für jeden Stern ins Gesicht hauen, hat er gedroht und dann hab ich seine Sterne gezählt aber drei Sterne hat der böse Michi an seine Unterhose geheftet und als Fräulein Krieger kam, da stand der Michi dann vor mir nur in Unterhose und ich war gerade fertig mit zählen geworden. Und als der böse Michi Fräulein Krieger gesehen hat, da hat er angefangen zu jammern und gemeint ich hätte ihn gezwungen sich auszuziehen, täte er es nicht, würde ich ihn für jeden seiner Sterne ins Gesicht hauen, hat er gesagt.
Und da hat auch Fräulein Krieger angefangen zu weinen und sich ihre halbmondförmige Brille abgesetzt, um sich mit ihrer Hand über die Augen zu fahren und sich den Mund zuzuhalten. Dann hat sie angefangen ganz fürchterlich zu schimpfen und anzukündigen, sie werde mir meine ganzen gelb – goldenen Sterne wegnehmen und sie dem Michi geben, weil er so tapfer sei und sich nicht von mir unterkriegen lasse. Aber ich hatte ja gar keine Sterne, die ich dem bösen Michi hätte geben können.
Dann hat sie mich mit zum Direktor genommen und meine Eltern und Michis Eltern haben geredet, Erwachsenengespräche, so sagt mein Vater. Aber nicht die Art wie sich Fräulein Krieger und mein Vater unterhalten. Nein, es gibt noch eine zweite Art.
Montags und Mittwochs ist mein Vater schon früher mit der Arbeit fertig und kommt dann in die Schule, um mich abzuholen. Und wenn es dann klingelt, dann steht er immer schon vor dem Klassenraum und wartet auf mich.
Aber meistens muss ich immer warten, denn mein Vater führt wichtige Gespräche mit Fräulein Krieger. Und dann setzt sich Fräulein Krieger auf das Pult und steckt sich einen Bleistift in den Mund und kaut darauf herum, obwohl ich das immer nie darf und dann schaut sie meinen Vater über ihre halbmondförmige Brille hinweg an. Und dann fangen beide an sich zu unterhalten, Erwachsenengespräche, so sagt mein Vater. Und Fräulein Krieger kichert dann immer die ganze Zeit und mein Vater guckt ihr überall hin, nur nicht ins Gesicht. So erwachsen sehen die beiden gar nicht aus, wenn sie reden, sie erinnern mich eher ein bisschen an die Mädchen aus meiner Klasse, aber das sage ich ihnen nicht, denn das ist frech und Fräulein Krieger würde ganz fürchterlich anfangen zu schimpfen und am Ende da würde ich weinen, weil mir alles so Leid tut.
Und dann würden alle lachen und ich würde noch stärker weinen und alle würden noch stärker lachen und Fräulein Krieger würde mir dann einen gelb – goldenen Stern wegnehmen, für mein schlechtes Betragen, würde sie sagen.
Ach ja, in der Schule verteilt Fräulein Krieger gelb – goldene Sterne. Die kriegt man, wenn man seine Hausaufgaben gut macht, oder ihr ein schönes Bild malt oder nett zu anderen ist oder wenn man einfach gar nichts macht wie der böse Michi. Aber das der Michi böse ist, dass weiß Fräulein Krieger nicht, denn er ist nur böse wenn Fräulein Krieger nicht hinschaut und wenn sie hinschaut, dann ist der Michi eben nicht böse, dann ist er lieb. Und deshalb bekommt der böse Michi von Fräulein Krieger auch so viele Sterne. 17 goldene Sterne hat der böse Michi schon und die kann man sich auch anstecken und dann läuft der böse Michi immer durch die Schule und zeigt jedem wie viele Sterne er hat und dann zwingt er alle die Sterne laut zu zählen.
Und einmal da hat der böse Michi mir in der Pause aufgelauert und mich gezwungen, seine Sterne zu zählen, täte ich es nicht, würde er mich für jeden Stern ins Gesicht hauen, hat er gedroht und dann hab ich seine Sterne gezählt aber drei Sterne hat der böse Michi an seine Unterhose geheftet und als Fräulein Krieger kam, da stand der Michi dann vor mir nur in Unterhose und ich war gerade fertig mit zählen geworden. Und als der böse Michi Fräulein Krieger gesehen hat, da hat er angefangen zu jammern und gemeint ich hätte ihn gezwungen sich auszuziehen, täte er es nicht, würde ich ihn für jeden seiner Sterne ins Gesicht hauen, hat er gesagt.
Und da hat auch Fräulein Krieger angefangen zu weinen und sich ihre halbmondförmige Brille abgesetzt, um sich mit ihrer Hand über die Augen zu fahren und sich den Mund zuzuhalten. Dann hat sie angefangen ganz fürchterlich zu schimpfen und anzukündigen, sie werde mir meine ganzen gelb – goldenen Sterne wegnehmen und sie dem Michi geben, weil er so tapfer sei und sich nicht von mir unterkriegen lasse. Aber ich hatte ja gar keine Sterne, die ich dem bösen Michi hätte geben können.
Dann hat sie mich mit zum Direktor genommen und meine Eltern und Michis Eltern haben geredet, Erwachsenengespräche, so sagt mein Vater. Aber nicht die Art wie sich Fräulein Krieger und mein Vater unterhalten. Nein, es gibt noch eine zweite Art.
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